In den vergangenen Wochen und Monaten haben uns wiederholt anonyme Schreiben erreicht, die sich kritisch mit unserer Schule, einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie mit Abläufen innerhalb der Schule auseinandersetzen. Diese Schreiben wurden teilweise unter der Bezeichnung bzw. im Namen der „Elternschaft“ an übergeordnete Stellen gerichtet.
Wir möchten dies zum Anlass nehmen, einige grundsätzliche Gedanken mit unserer Schulgemeinschaft zu teilen.
Kritik, Fragen und unterschiedliche Sichtweisen gehören zu einer lebendigen Schule. Wir nehmen Rückmeldungen von Eltern sehr ernst und sind jederzeit bereit, Fragen, Sorgen und auch Kritik in einem persönlichen Gespräch offen und respektvoll miteinander zu besprechen. Nur im direkten Austausch können Missverständnisse ausgeräumt, unterschiedliche Wahrnehmungen verstanden und gemeinsam gute Lösungen gefunden werden.
Gleichzeitig möchten wir deutlich machen, dass anonyme Schreiben, die im Namen einer gesamten Elternschaft verfasst werden, nicht automatisch die Haltung der gesamten Elternschaft widerspiegeln. Eine solche Bezeichnung kann den Eindruck erwecken, dass eine Vielzahl von Eltern hinter den darin enthaltenen Aussagen steht. Dies entspricht nicht zwangsläufig der tatsächlichen Meinung unserer Elternschaft.
Besonders persönliche Unterstellungen und Behauptungen über einzelne Menschen empfinden wir als belastend. Hinter jeder Funktion und jeder Aufgabe in unserer Schule stehen Menschen, die sich täglich um unsere Kinder bemühen, Verantwortung übernehmen und ihr Bestes für unsere Schulgemeinschaft geben.
Auch wir sind nicht fehlerfrei. Wo Fehler passieren, wo etwas verbessert werden kann oder wo unterschiedliche Wahrnehmungen bestehen, möchten wir hinschauen, zuhören und gemeinsam nach Lösungen suchen. Dafür braucht es keine Angst voreinander, sondern Offenheit, gegenseitigen Respekt und den Mut, miteinander ins Gespräch zu gehen.
Wir distanzieren uns deshalb ausdrücklich von persönlichen Angriffen, ehrverletzenden Unterstellungen und einer Form der Auseinandersetzung, die nicht auf einen offenen Dialog, sondern auf anonyme Vorwürfe setzt.
Gleichzeitig möchten wir klarstellen:
Kritik ist willkommen. Fragen sind willkommen. Widerspruch ist willkommen.
Niemand muss mit jeder Entscheidung der Schule oder mit jeder Auffassung der Schulleitung einverstanden sein. Eine vertrauensvolle Gemeinschaft lebt gerade davon, dass unterschiedliche Meinungen ausgesprochen werden dürfen. Entscheidend ist jedoch, wie wir miteinander umgehen.
Zusammenhalt bedeutet nicht, dass alle derselben Meinung sein müssen.
Zusammenhalt bedeutet, dass wir auch bei unterschiedlichen Ansichten respektvoll miteinander bleiben. Dass wir einander zuhören. Dass wir nicht vorschnell übereinander urteilen. Und dass wir uns gegenseitig nicht alleinlassen, wenn einzelne Menschen durch persönliche Angriffe oder unbelegte Vorwürfe belastet werden.
Wir möchten als Schulgemeinschaft füreinander einstehen.
Für unsere Kinder. Für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für unsere Eltern. Und für einen respektvollen Umgang miteinander.
Wir sind überzeugt davon, dass eine Schule dann stark ist, wenn ihre Menschen zusammenhalten – nicht weil alle immer derselben Meinung sind, sondern weil sie sich trotz unterschiedlicher Meinungen gegenseitig mit Respekt begegnen.
Deshalb bleibt unsere Tür offen.
Wer Fragen hat, etwas anders wahrnimmt, sich Sorgen macht oder mit einer Entscheidung nicht einverstanden ist, ist herzlich eingeladen, das Gespräch mit uns zu suchen. Wir werden zuhören und uns bemühen, Anliegen ernsthaft und respektvoll zu besprechen – auch dann, wenn die Sichtweisen zunächst weit auseinanderliegen.
Wir möchten Vertrauen nicht einfordern, sondern durch unser tägliches Handeln immer wieder neu entstehen lassen.
Denn hinter jedem Namen, jeder Funktion und jeder Entscheidung stehen Menschen. Menschen können unterschiedliche Auffassungen haben, Fehler machen, sich missverstehen und trotzdem respektvoll miteinander umgehen.
Unsere Kinder erleben täglich, wie Erwachsene miteinander umgehen. Genau deshalb sollten wir ihnen vorleben, dass Konflikte nicht durch Ausgrenzung, Unterstellungen oder anonyme Angriffe gelöst werden, sondern durch Mut zum Gespräch, gegenseitigen Respekt und die Bereitschaft, einander zuzuhören.
Wir wünschen uns eine Schulgemeinschaft, in der niemand Angst haben muss, seine Meinung zu äußern, in der Kritik ihren Platz hat und in der zugleich die Würde jedes einzelnen Menschen gewahrt bleibt.
Lasst uns deshalb nicht zulassen, dass Misstrauen und anonyme Vorwürfe das Miteinander bestimmen.
Lasst uns zusammenstehen. Lasst uns füreinander da sein. Lasst uns miteinander sprechen – nicht übereinander.
Denn am Ende verbindet uns alle das Wichtigste: Unsere Kinder und der Wunsch, dass sie an unserer Schule einen Ort erleben, an dem Menschen respektvoll, ehrlich und menschlich miteinander umgehen.
Die Schulleitung

